Dämmwolle

Mit dem Begriff Dämmwolle werden in Deutschland zwei verschiedene Dämmstoffe bezeichnet, nämlich Mineralwolle und Glaswolle.


Wirkungsweise von Dämmwolle:
Dämmwolle schließt große Mengen von Luft ein und wirkt daher wärmeisolierend. Obwohl die einzelne Faser Wärme gut leitet, bewirkt die eingeschlossene Luft einen niedrigen Wärmeleitkoeffizienten und daher eine gute Wärmedämmung. Das Maß für den Wärmestrom, der ein Bauteil passiert, ist der sogenannte U-Wert. Je geringer dieser U-Wert, desto besser ist die Wirkung der Dämmung und desto größer die Energieersparnis.
Durch die Aufbringung einer sechs Zentimeter starken Schicht Dämmwolle sinkt der U-Wert einer 24 Zentimeter starken Wand aus Mauerwerk von 1,5 W / (K⋅m²) auf 0,3 W / (K⋅m²). So bewirkt Dämmwolle, dass weniger Wärme über das Dach oder durch die Wand nach außen dringen kann. Ebenso wirkt die Dämmung einem Aufheizen von Räumen bei sommerlichen Temperaturen entgegen, dies gilt vor allem für Räume mit großen, der Sonneneinstrahlung ausgesetzten Glasflächen sowie für Räume unterhalb von Dachflächen. Schließlich bewirkt Dämmwolle auch eine hohe akustische Dämpfung und damit Schallisolierung sowohl im Inneren eines Gebäudes (Trittschall) als auch nach außen (z.B. Verkehrslärm). Ferner hat Dämmwolle große Stärken im Brandschutz: Sie ist nicht entflammbar und hemmt daher in Wänden, Böden oder Decken und zwischen einzelnen Stockwerken die Ausbreitung von Feuer. Bei Bränden gibt sie kaum Rauch und keine giftigen Gase ab. Sie verbindet sich weiterhin gut mit anderen Baustoffen wie etwa Mörtel. Einmal verbaut, ist Dämmwolle sehr lange haltbar und beständig gegen Fäulnis, Schimmel und Ungeziefer.

Gesundheit und Ökologie:
Dämmwolle besteht aus anorganischen, mineralischen Bestandteilen und setzt daher keine organischen Gifte wie z.B. Formaldehyd frei, sie stellt darum auch keine Gesundheitsgefahr dar. Etwa eingeatmete Faserpartikel werden in der Lunge problemlos aufgelöst und verursachen keine bleibenden Reizungen des Lungengewebes.

Dämmwolle wird zu einem großen Teil aus Altmaterialien wie Altglas oder Bauschutt gewonnen. Da sie problemlos deponierbar ist, verursacht Dämmwolle keine Entsorgungsprobleme. Zur Herstellung von Dämmwolle benötigt man kaum organische, fossile Rohstoffe wie Erdöl, Kohle oder Erdgas und weniger Primärenergie als bei anderen Dämmstoffe wie etwa Polystyrol, Polyurethan oder anderen Kunststoffen.

Geschichte:
Die erste Mineralwolle wurde bereits 1840 in Wales von Edward Parry hergestellt. Da sie jedoch nicht weiterverarbeitet wurde, flog sie beim kleinsten Windstoß umher und belästigte die Arbeiter so sehr, dass die Produktion bald wieder eingestellt wurde.

In Deutschland wurde Mineralwolle zuerst 1871 in Georgsmarienhütte bei Osnabrück industriell hergestellt. Im Jahre 1938 wurde erstmals Steinwolle als Dämmstoff eingesetzt, damit begann die Geschichte der Dämmwolle im engeren Sinne.

Bereits seit den 1950er-Jahren wird Dämmwolle zur Gebäudeisolierung eingesetzt. In großem Maßstab geschieht dies seit der Markteinführung derartiger Produkte in den späten 1960er-Jahren. Nachdem die Gefährlichkeit von Asbest erkannt wurde, erfuhr die Verwendung von mineralischer Dämmwolle seit den 1980er-Jahren einen starken Aufschwung. Heute stellt Dämmwolle das wohl wichtigste Material zur Wärmedämmung an Bauten, aber auch zur Ummantelung von Rohrleitungen und in Brennervorrichtungen dar.

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